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Ausschuss I: Ethische Fragen der Humangenetik
Keine Mehrheit für die Resolution des Ausschuss I Humangenetik im Jugendparlament. Auch die Resolution zu entwerfen, hatte Probleme bereitet. Schließlich hatte sich der Ausschuss doch auf Zulassung der Präimplantationsdiagnostik für erblich vorbelastete Eltern, für das Verbot der Forschung an embryonalen Stammzellen und gegen das therapeutische Klonen geeinigt.
"Wir stimmen jetzt darüber ab, ob wir über die Resolution abstimmen" - der Satz der Vorsitzenden war bezeichnend für die Situation im Plenarsaal. Denn schnell stellten die jungen Parlamentarier fest, dass sie zu "90 Prozent gar keine Ahnung von Humangenetik hatten", wie es einer von ihnen formulierte. Zu spät kamen die Fragen, wo denn zum Beispiel der Unterschied zwischen adulten und embryonalen Zellen sei. Lohnte es sich überhaupt noch weiter zu diskutieren? Einer der Teamer meinte "natürlich, in der Politik haben auch nicht alle Abgeordneten Ahnung, worüber sie gerade abstimmen." Damit sei die Situation real. Vorausgegangen waren dem erzwungenen Konsens des Ausschusses I eineinhalb Tage Arbeit, in denen der Ausschuss mehrmals seine Positionen zu einzelnen Aspekten der Humangenetik überdacht hatte. Mitschuld daran hatte auch Andrea Fischer. Die Bundestagsabgeordnete und ehemalige Gesundheitsministerin der Grünen war am Montagabend mit -"sorry, ich bin da inzwischen hammerhart" - Haltungen in den Ausschuss gekommen. Sie sprach sich schlüssig gegen Präimplantationsdiagnostik (PID) und Stammzellenforschung aus und ermahnte zur Selbstbeschränkung: "nicht alle unsere Wünsche können wir erfüllen. Schon gar nicht, wenn es um menschliches Leben geht." Bei Argumenten wie "PID ist keine Heilung, sondern die Heilung erfolgt durch den Tod" zuckten einige der TeilnehmerInnen zusammen. Am nächsten Morgen sammelte sich dann prompt eine Gruppe, die sich gegen die PID aussprach. Das war in der Erstabstimmung von Montag nicht passiert. Weil wenig Zeit war, drängten die Teamer Dominic und Carmen Dienstagmittag auf eine schnelle Entscheidung. Das fiel schwer: Hatten die TeilnehmerInnen doch längst gemerkt, dass für einige Entscheidungen ihr Wissensstand nicht ausreichte. Sie verloren sich immer wieder in hitzige Debatten, ab wann der menschliche Embryo lebe und welche Rechte er habe. Mit hastig geschlossenen Kompromissen, offenen Fragen und viel Diskussionsbedarf betrat die Sprecherin des Ausschusses Dienstagnachmittag den Ring im Abgeordnetenhaus. Und wurde von den anderen Ausschüssen erstmal tüchtig in die Mangel genommen. Nachdem das Jugendparlament sich einig war, trotz löchriger Kenntnis in Medizin und Jura über die Resolution abzustimmen, wurde sie mit 46 Stimmen abgelehnt. Den Humangenetik-Ausschuss schickte man mit Bedarf nach mehr Diskussion nach Hause. Nina Schmulius |
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