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Ausschuss I

Ausschuss I: Ethische Fragen der Humangenetik


Meinung:Ninas Kommentar

Das Ding mit der Humangenetik - so schwierig, dass sich selbst hochrangige Wissenschaftler und Politiker daran in diesen Tagen die Zähne ausbeißen. Nicht zuletzt deshalb, weil es gerade in diesem Moment der amerikanischen Biotech-Firma ACT gelungen ist, den ersten menschlichen Embryo zu klonen. Die Welt steht Kopf. Darf man sowas? Und wozu soll das gut sein? Ist das Missbrauch menschlichen Lebens? Kann ich ein Kind haben, das aussieht wie Britney Spears, Tennis spielt wie Boris Becker und das Universum erklärt wie Stephen Hawking?

Wer bei diesem Thema an die Vernunft des Menschen appelliert, dem lässt sich nicht mehr helfen. Denn auch dieses Jahrhundert beginnt mit Krieg und Terrorismus - und, hallo, ja, es ist das 21. Jahrhundert, und wir haben nichts dazu gelernt. Aber das ist eine völlig andere Baustelle.

Zurück zu unserer Einstellung zur Humangenetik. Zum Beispiel zu unserem Sprachgebrauch, wenn es sich um dieses Thema handelt. Es geht um Menschenleben, wenn wir Sätze wie "Behinderten das Leben ersparen", "Embryonen wegschmeißen", "Kinder zufällig in die Welt werfen" oder Ausdrücke wie "Embryonenverschleiß" oder "gewollte Designerbabies" gebrauchen! Um eine Sache zu beschreiben, die mit dir und mir zu tun hat. Wer gibt uns denn das Recht, zu sagen, ein Embryo lebt erst nach 14 Tagen? Oder: ein Behinderter quält sich nur und ist eine wahnsinnige Belastung für die Eltern?

Natürlich. Das Töten von Embryonen passiert nicht erst seit gestern. Aber ich weiß eines: wenn meine Mutter vor 21 Jahren auf die Ärzte gehört hätte, die ihr zu 70% ein behindertes Kind prophezeiten und ihr deswegen die Abtreibung nahelegten, würdest du, ja, du diesen Text gerade nicht lesen können.

Also, Mensch! - denk darüber nach, wofür du dich entscheidest. Und achte auf deinen Sprachgebrauch!

Nina Schmulius