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Ausschuss V:
Zuwanderung, Asyl und Integration
Die Begriffe Zuwanderung, Asyl und Integration hängen zwar eng
miteinander zusammen, doch jeder dieser Begriffe ist schon ein umfassendes
Thema für sich. In unserem Ausschuss werden wir uns mit der europäischen
Dimension dieses Themen-Komplexes befassen. Wie sieht es mit Zuwanderung
nach Europa aus? Gibt es schon einheitliche Regelungen bezüglich
Asyl in der EU? Was ist unter Integration zu verstehen? Das sind zentrale
Fragestellungen, denen wir in unserem Ausschuss auf den Grund gehen
wollen und im Hinblick auf die wir Vorschläge für eine Resolution
erarbeiten werden, die in einer abschließenden Plenarsitzung des
Jugendparlaments diskutiert - und bei einer Befürwortung durch
die Mehrheit - verabschiedet werden soll.
Anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20.Juni 2002 mahnte
Ruud Lubbers, der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen:
"Europa muss Fluchtburg werden, Verfolgten und Menschen in Not
Schutz bieten. Europa darf nicht Festung zur Abwehr von Flüchtlingen
sein." Doch genau dieser Trend scheint sich in Europa immer deutlicher
abzuzeichnen, denn die europäische Bevölkerung fühlt
sich inzwischen immer mehr von den jährlich anwachsenden Migrationsströmen
aus den "armen Ländern" bedroht. Innerhalb von "Schengen-Europa"
fielen die Grenzen, nach außen wurden sie immer dichter. Es ist
immer öfter die Rede von der Festung Europa, die sich nach außen
hin abschottet.
Die Wahlerfolge von Rechtspopulisten wie Le Pen und der Fortuyn-Liste
sprechen für sich. Geschickt haben diese die Themen Asyl- und Zuwanderungspolitik
besetzt, denn das sind Themen, die die europäische Bevölkerung
inzwischen sehr beschäftigen und von den Politikern ernstgenommen
werden müssen. Zur Verschärfung der Asyl- und Ausländerrechte
kam es jüngst in Dänemark und den Niederlanden. In den Niederlanden
sollen in Zukunft Ausländer die Hälfte ihrer Einbürgerungskosten
selber übernehmen.
Die Themen Bekämpfung von illegaler Einwanderung und Schaffung
von einheitlichen Regelungen innerhalb der EU bezüglich Zuwanderung
und Asyl standen deshalb ganz oben auf der Liste beim EU-Gipfel, der
vom 21. bis 22.Juni 2002 in Sevilla stattfand. Hier erinnerte der Europäische
Rat daran, dass eine gemeinsame Politik der EU in den Bereichen Asyl
und Einwanderung entwickelt werden muss, um gemeinsam gegen die Migrationsströme,
die auf Europa einstürmen, vorzugehen. Im Zentrum der dortigen
Beratungen stand die Bekämpfung der illegalen Einwanderung und
des Menschenhandels. Allerdings wurden in Sevilla hierzu keine wirklich
weitreichenden Beschlüsse gefasst.
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